Wo war Paul Breitner?

Veröffentlicht am 16.11.2017 in Presse

Beim Kabarettabend der SPD verschießt Django Asül seine letzte Patrone

Der durch Fernsehauftritte bundesweit bekannte türkischstämmige Niederbayer Django Asül kam nicht unvorbereitet auf Einladung der SPD in das Ilbenstädter Bürgerhaus. Er überraschte sein Publikum mit einer detailreichen Ortskenntnis. Ilbenstadt sei für Niddatal wie Kitzbühl für München, wo es sich lohne Urlaub zu machen. Der Silo-Turm in Assenheim gleiche einem religiösen Wahrzeichen. Gefreut habe er sich, als die Anfrage aus Niddatal gekommen sei, denn schließlich könne nicht jeder von sich behaupten im Ilbenstädter Bürgerhaus mit seinem exklusiven Charme aufgetreten zu sein. Allerdings sei er gleich mit dem Hinweis begrüßt worden, dass man das Bürgerhaus demnächst sanieren wolle.

Zuvor begrüßte der SPD Ortsvereinsvorsitzende Erhard Reiter die Gäste und stellte dabei fest, wer meine, dass es bei der SPD nicht viel zu lachen gäbe, den werde man eines Besseren belehren.

Hochklassiges, temporeiches Kabarett, mit bayrischem Slang, bot Django Asül in seinem Programm „Letzte Patrone“. Dabei streifte der Schuss Situationen aus seinem Leben im niederbayrischen Hengersberg, wo er mehrmals wöchentlich den Stammtisch im Wirtshaus besuche und dabei auf seinen Stammtischbruder Hans treffe. Hans, der mit einer kruden Logik, nichts gegen Flüchtlinge habe. Allerdings, müsse auch nicht gleich alles da sein, wogegen er nichts habe. Mit den Flüchtlingen sei es, wie mit einem Känguru im Garten. Eines sei ja noch in Ordnung, aber mehr? Dies gelte ebenso für die Anzahl der SUVs auf den Straßen, wo das Wettrüsten bereits begonnen habe. Ausgehend vom heimatlichen Hengersberg zielt Django Asül auf die brisanten Themen unserer heutigen Zeit, ob Abgasskandal der Autoindustrie, EU-Subventionen, Elektromobilität, DFB Korruptionsskandal, oder die öffentliche Sicherheit, alles wird gestreift und der Gedankenwelt des verschmitzten Niederbayern unterzogen. Dabei gibt es auch immer wieder Rückblicke; so auf das Jahr 1978, das ein Schicksalsjahr für das deutsche Volk gewesen sei. 1978 habe es die „Schande von Cordoba“ gegeben, der FC Bayern München belegte den elften Platz und die alles entscheidende Frage war: „Wo war Paul Breitner?“

Nach dem knapp zweieinhalb Stunden dauernden Programm zog das Publikum ein positives Fazit. Es habe sich mal wieder gelohnt, den Kabarettabend der SPD zu besuchen. Der SPD Vorsitzende Erhard Reiter freute sich, dass der Beitrag der Sozialdemokraten zur kulturellen Vielfalt in Niddatal so gut angenommen werde. Er kündigte an, dass der Ortsverein dieses Angebote weiterhin anbieten wolle.